Die HIFU-Therapie (hochintensiver fokussierter Ultraschall) erfreut sich seit einigen Jahren als nicht-invasive Methode zur Straffung und Verjüngung der Haut zunehmender Beliebtheit. Sie verspricht einen Lifting-Effekt ohne Operation und lange Erholungsphase. Trotz ihres Potenzials wirft die direkte Terminvereinbarung ohne vorherige Konsultation eines Dermatologen eine Reihe von Fragen und Risiken auf.
Kommerzieller statt persönlicher Ansatz
Wenn wir auf eine Konsultation mit einem Spezialisten verzichten, verschiebt sich der Nutzen der HIFU-Therapie von der individuellen Notwendigkeit hin zu rein kommerziellen Motiven. Auf den ersten Blick erscheint die direkte Durchführung des kosmetischen Eingriffs bequem – es gibt keine Wartezeiten und keine zusätzlichen Kosten für eine Konsultation. Der Spezialist ist motiviert, die Therapie anzuwenden, auch wenn sie für den konkreten Fall nicht geeignet oder notwendig ist. Statt garantierter Ergebnisse erhalten wir also eher den „Verkauf einer Dienstleistung“ als die Lösung eines konkreten Problems.
Nicht jede Technologie ist für jeden geeignet
Wenn wir uns für eine Verjüngungstherapie entscheiden, ist es wichtig zu wissen, dass uns eine große Auswahl an Technologien zur Verfügung steht. Hochleistungslaser, Hochfrequenzverfahren sowie verschiedene Injektionsverfahren. Jede dieser Methoden hat ihre Vor- und Nachteile. Wer sich nicht ausreichend informiert und keine fachkundige Beratung holt, riskiert, eine Behandlung zu wählen, die nicht nur nutzlos ist, sondern sogar schaden kann. HIFU ist beispielsweise nicht geeignet für bestimmte Hautzustände, starke Hauterschlaffung, ein schwach ausgeprägtes Gesicht und bestimmte gesundheitliche Probleme.
Die Rolle des Dermatologen bei der Anwendung von HIFU
Die HIFU-Technologie wirkt auf die tiefen Schichten der Dermis, was weit mehr als nur Grundkenntnisse in Kosmetik erfordert. Ein Dermatologe ist ein medizinischer Spezialist, der den Zustand der Haut gründlich beurteilen, Kontraindikationen erkennen und beurteilen kann, welche Therapie für den jeweiligen Patienten am sichersten und wirksamsten ist. HIFU-Behandlungen werden häufig von Kosmetikerinnen angeboten. Eine Kosmetikerin ist ein wertvoller Spezialist, wenn es um Behandlungen mit oberflächlicher Wirkung wie Reinigung, Hydratisierung und oberflächliche Gerätebehandlungen geht. Bei Therapien, die tief eindringen und die tiefen Hautschichten betreffen, muss die Verantwortung jedoch in den Händen eines medizinischen Experten liegen.
HIFU ist ein wirksames Verfahren, aber keine universelle Lösung
HIFU ist nur eine von mehreren Verjüngungsmethoden. In manchen Fällen, wie z. B. bei mäßiger Hauterschlaffung, Elastizitätsverlust oder als präventive Maßnahme, kann es sehr wirksam sein. Trotz seiner Wirksamkeit ist es nicht in jeder Situation anwendbar. Bei stärkerer Erschlaffung können Injektionsbehandlungen oder ein chirurgischer Eingriff notwendig sein. Daher ist ein Beratungsgespräch mit einem Spezialisten vor der Terminvereinbarung unerlässlich. Dabei wird realistisch eingeschätzt, ob HIFU die beste Wahl für Ihre Bedürfnisse ist oder ob alternative Therapien besser geeignet sind. Die Darstellung von HIFU als Allheilmittel für die Hautverjüngung wird seinem tatsächlichen Anwendungsbereich und seiner Wirksamkeit nicht gerecht.
Die Konsultation eines Dermatologen ist ein entscheidender Schritt, der Sie vor Fehlentscheidungen schützt und Ihnen die richtige Behandlung garantiert. Bedenken Sie, dass eine Kosmetikerin, die eine bestimmte Behandlung anbietet, nur deren Vorteile hervorhebt, ohne mögliche Alternativen zu berücksichtigen. Daher ist die Wahl eines unabhängigen Spezialisten, der alle Optionen prüfen kann, entscheidend für das beste und sicherste Ergebnis.


